kamp-lintfort.

Der ökumenische und interreligiöse Dialog ist in unserer Stadt tief verwurzelt. Kamp-Lintfort war bis 2012 eine Bergbaustadt. Unter Tage sah man den Kumpels nicht an, welche Hautfarbe sie haben, welcher Kultur sie angehören oder welchem Glauben sie nachgehen. Auf’m Pütt waren die Menschen aufeinander angewiesen und vertrauten sich. Und irgendwann fingen sie an, dieses Vertrauen auch über Tage zu leben. Aus ersten Begegnungen wurden lebendige Netzwerke und Plattformen, auf denen sich ein fruchtbarer Dialog und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelten. Es ist bezeichnend, dass ein großer Teil der Landesgartenschau genau dort stattfindet, wo das Vertrauen und der Dialog zwischen den Religionen ihren Anfang hatten: Auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks West.

In Kamp-Lintfort findet ökumenische und interreligiöse Zusammenarbeit auf diesen Ebenen statt:

Theologenkreis.
Im Theologenkreis treffen sich seit mehr als 20 Jahren die theologischen Mitarbeiter der Moscheen und Kirchen der Stadt. Einer der Gründer dieses Kreises, Ali Onat, hat für dieses Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten. Der Theologenkreis trifft sich regelmäßig und tauscht sich über die Anliegen der beteiligten Gemeinschaften aus. 2018 veröffentlichte der Theologenkreis das Video #nichtvondieserkanzel auf Youtube

Interreligiöse Gebete.
Zu verschiedenen Anlässen im Leben der Stadt Kamp-Lintfort halten wir interreligiöse Gebete ab. Dabei beten wir als unterschiedlich Glaubende nicht gemeinsam zu einem Gott, sondern in Respekt und gegenseitigem Interesse nebeneinander, jeder mit seinen Worten und seiner Tradition. Mit diesen Veranstaltungen wollen wir darauf hinweisen, dass wir gesellschaftlich nur vorankommen, wenn wir Andersgläubige nicht nur distanziert akzeptieren, sondern uns gegenseitig fördern und den jeweils anderen in seinem Gebet schützen und fördern.

Der Blau-Schwarze Konvent.
In regelmäßigen Abständen kommen alle Hauptamtlichen der christlichen Kirchen an einen Tisch, um ökumenische Veranstaltungen (z.B. Schulgottesdienste) zu planen, Absprachen für den beruflichen Alltag (z.B. alles rund um Beerdigungen und Friedhöfe) zu treffen und sich gegenseitig zu berichten, was in den Kirchen los ist. Hier wird auch der jährliche ökumenische Pfingstgottesdienst am Pfingsmontag sowie der jedes Jahr am 4. Dezember stattfindende Barbaragottesdienst geplant.

Christliche Dialogabende / ökumenischer Austausch.
An diesen Abenden treffen sich Vertreter der christlichen Kirchen, um über theologische Fragestellungen (z.B. Taufe, Abendmahl, Amtsverständnis etc.) ins Gespräch zu kommen. Es ist auch für studierte Theologen immer wieder überraschend, über die Traditionen, Frömmigkeit und Abläufe in anderen Konfessionen aus erster Hand zu erfahren. Das schweißt die Kirchen in unserer Stadt enger zusammen.